Wasserkocher entkalken: 5 bewährte Hausmittel

Günter Omer

Experte für Wasseraufbereitung und Kalk

Nicht nur Teeliebhaber kennen die Probleme mit verkalkten Wasserkochern. Wir zeigen einige beliebte Hausmittel, mit denen Sie dem Kalk an den Kragen rücken.

Weiße Flocken auf dem Tee: Wer das kennt, hat Kalk schon in seiner hartnäckigsten Form erlebt. Beim Erhitzen löst sich der Kalk aus dem Wasser, er lagert sich entweder an Gefäßwänden ab oder bildet Flocken. Somit sind Wasserkocher sehr anfällig für Ablagerungen. Problematisch ist außerdem, dass der Kalk den Energieverbrauch steigert. Eine Kalkschicht von nur einem Millimeter am Boden des Wasserkochers erhöht den Stromverbrauch um stolze zehn Prozent.

Chemische Entkalker sind meist teuer. Eine Packung Entkalkungstabletten kostet oft etwa halb so viel wie ein neuer Wasserkocher. Notwendig sind diese chemischen Kalklöser aber nicht unbedingt. Da Kalk basisch ist, braucht es prinzipiell einfach nur eine Säure, um sich von ihm zu verabschieden. Wir haben die beliebtesten Hausmittel zum Thema Wasserkocher entkalken zusammengefasst und erklären, worauf Sie bei der Anwendung achten müssen.

1. Entkalken mit Essig

In vielen Anleitungen wird Entkalken mit Essig empfohlen. Bei besonders starken Ablagerungen kann Essigsäure verwendet werden, diese ist höher konzentriert. Störend an Essig ist jedoch der starke Geruch, auch geschmacklich kann er lange im Wasserkocher zurückbleiben. So funktioniert das Entkalken des Wasserkochers:

  • Je nach Stärke der Verkalkung eine Tasse Essig oder mehrere Spritzer Essigessenz in den Wasserkocher füllen.
  • Bis zum Rand der Verkrustungen mit Leitungswasser auffüllen.
  • Aufkochen. Achtung: Atmen Sie die Dämpfe nicht ein!
  • Halbe Stunde stehen lassen und Wasserkocher entleeren.
  • Noch einige Male mit Leitungswasser füllen, aufkochen lassen und Wasser wegschütten, bis Essiggeruch verschwindet.

Für einen stärkeren Effekt können Sie der Essigmischung noch einen halben Teelöffel Natron hinzufügen.

2. Entkalken mit Zitrone

Etwas milder als mit Essig ist das Entkalken mit Zitrone. Außerdem bleibt so kein Essiggeruch in Ihrem Gerät zurück. Die erste mögliche Vorgehensweise funktioniert mit einer gewöhnlichen Zitrone.

  • Zitrone halbieren. Schale rund um die Schnittfläche entfernen (so kann der Saft anschließend besser entweichen).
  • Mit der Zitrone über die Verkalkungen reiben.
  • Zitrone am Boden des Wasserkochers lassen und eine Stunde einwirken lassen.
  • Zitrone entfernen und gut auswaschen.

Diese Methode ist eher für leichte Verkalkungen gedacht. Bei stärkeren Verschmutzungen eignet sich Zitronensäure, diese ist im Handel in flüssiger Form oder als Pulver erhältlich.

  • Einen Esslöffel Pulver oder einige Spritzer flüssige Zitronensäure in den Wasserkocher geben.
  • Mit lauwarmen Leitungswasser auffüllen.
  • Maximal eine Stunde einwirken lassen und Wasser danach ausleeren.
  • Einige Male ausspülen.

Zitrone und Zitronensäure sollte nicht aufgekocht werden. So kann sich nämlich Calciumcitrat bilden, eine Verbindung aus Kalk und Zitronensäure. Und diese ist alles andere als leicht zu entfernen.

3. Entkalken mit Backpulver

Auch Backpulver eignet sich zur Reinigung eines verkalkten Wasserkochers. Lassen Sie den Wasserkocher beim Entkalken aber besser nicht aus den Augen – das Gemisch schäumt beim Erhitzen schnell über!

  • Ein Päckchen Backpulver in den Wasserkocher geben.
  • Bis zu einem Viertel mit Wasser auffüllen.
  • Gemisch kurz aufkochen. Droht es überzuschäumen, Deckel öffnen und Kocher abdrehen.
  • Eine Stunde einwirken lassen, danach Wasser-Backpulver-Gemisch wegschütten.
  • Wasserkocher zur Reinigung noch einmal mit Leitungswasser befüllen und aufkochen lassen.

4. Entkalken mit Cola

Alles, was Säure hat, entkalkt. So auch Cola. Das Getränk frisst sich durch leichte Ablagerungen, die Entkalkung funktioniert ohne großen Aufwand:

  • Wasserkocher mit Cola füllen.
  • Über Nacht einwirken lassen.
  • Ausschütten und gut auswaschen.

Da Cola ja sehr viel Zucker enthält, sollten Sie den Wasserkocher nach der Entkalkung wirklich gründlich reinigen. Ansonsten können Zuckerreste später im Wasserkocher verbrennen.

 

5. Entkalken mit Gebissreiniger oder Aspirin

Leichten Verkalkungen im Wasserkocher können Sie mit Gebissreinigertabletten oder Aspirin entgegen wirken. Verglichen mit anderen Hausmitteln sind diese aber eher teuer. Haben Sie vielleicht noch abgelaufene Tabletten im Haus, spricht jedoch nichts dagegen, diese als Entkalker zu verwenden.

  • Zwei bis drei Tabletten in den Wasserkocher geben.
  • Etwa zu drei Viertel mit Wasser befüllen.
  • Gemisch über Nacht stehen lassen.
  • Wasserkocher ausleeren und frisches Leitungswasser noch einmal aufkochen lassen.

Welches Hausmittel am besten funktioniert, müssen Sie wohl für sich selbst herausfinden. Wasser ist von Region zu Region sehr verschieden, außerdem spielt das Material des Wasserkochers eine Rolle. Weniger aggressive Hausmittel eignen sich für leichte Verschmutzungen. Unsere Anleitungen sind jedoch nicht in Stein gemeißelt. Bei hartnäckigeren Verschmutzungen können Sie etwa Essig- oder Backpulvermischungen auch über Nacht einwirken lassen. Die Reinigung ist einfacher, wenn Sie sie regelmäßig durchführen. Auch kann es sein, dass sich die Ablagerungen zwar lösen, aber beim Wegschütten der Reinigungslösung im Wasserkocher bleiben. Dann wischen Sie den Kalk einfach mit einem Tuch weg oder schrubben mit einem Küchenschwamm nach.