So wirken Wasserenthärter für die Waschmaschine

Günter Omer

Experte für Wasseraufbereitung und Kalk

Waschmaschinen sind aus mehreren Gründen anfällig für Kalk. Möchte man sein Gerät schützen, gibt es einige Möglichkeiten.

Wir alle kennen sie: die Bilder von verkalkten Heizstäben aus der Werbung. Was in erster Linie unappetitlich aussieht, steigert auch den Energieverbrauch und die Waschmittelkosten. Kalkhaltiges Wasser kann außerdem Leitungen verstopfen. Bei solchen Problemen denken viele an Wasserenthärter. Diese gibt es in flüssiger Form, als Tabs oder als Pulver. Was der Kalk in der Waschmaschine macht und wie gut ein Wasserenthärter funktioniert, lesen Sie hier.

 

Wie sich kalkhaltiges Wasser beim Waschen auswirkt

Bevor Sie sich für oder gegen einen Wasserenthärter entscheiden, ist es wichtig zu verstehen, was der Kalk in der Waschmaschine macht. Kalk kommt über das Leitungswasser in Ihr Zuhause. Es ist aber nicht jedes Wasser gleich kalkhaltig, unterschieden wird zwischen verschiedenen Wasserhärtegraden. Bei hartem Wasser ist mit weit größeren Problemen zu rechnen als bei weichem Wasser.

Der Kalk wirkt sich prinzipiell auf zwei Arten in der Waschmaschine aus. Erstens lagert er sich am Heizstab, in Leitungen oder in der Waschtrommel ab. Kalk ist in Form von Calcium und Magnesium im Wasser gelöst. Wird Wasser erhitzt, fällt der Kalk aus und setzt sich dann an Oberflächen ab. Genauso funktioniert es bei der Verdunstung des Wassers. Kalkablagerungen verkürzen jedenfalls die Lebensdauer der Waschmaschine. Die Qualität des Geräts und wie oft es in Betrieb ist wirken sich aber genauso aus. Eine zweite unangenehme Wirkung entfaltet sich bei der Waschmitteldosierung. Hartes Wasser erschwert die Wasserlöslichkeit. Das bedeutet, dass der Kalk das Waschmittel “neutralisiert” und Sie bei hartem Wasser viel mehr davon verwenden müssen, um die Wäsche sauber zu bekommen.

 

Probleme mit dem verkalkten Heizstab

Wenn sich Kalk am Heizstab ablagert, steigert das den Energieverbrauch. Das funktioniert wie die Daunenjacke im Winter. Der Kalk oder die Jacke verhindern, dass Wärme direkt auf die Umgebung übertragen wird. Wird der verkalkte Heizstab aufgeheizt, wird er selbst immer heißer, das Wasser erwärmt sich aber nur langsam. Somit wird mehr Energie verbraucht, um die Waschmaschine auf Betriebstemperatur zu bringen. Irgendwann wird die Hitze dem Heizstab aber zu viel – er wird kaputt.

Wie lange ein Heizstab überlebt, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählt in erster Linie die Wasserhärte, aber auch wie energieeffizient die Maschine ist und wie oft sie benutzt wird. Sie leben in einer Region mit weichem Wasser, besitzen ein hochwertiges Gerät und waschen zwei Mal wöchentlich? Dann wird Ihre Maschine wahrscheinlich lange überleben. Zum Schutz vor Verkalkung werden in der Werbung spezielle Wasserenthärter angepriesen. Die wenigsten Konsumenten wissen aber, dass in den meisten Vollwaschmitteln bereits solche Stoffe enthalten sind. Eine Verkalkung können sie aber höchstens hinauszögern. Ab einer gewissen Lebensdauer hält die Maschine dem Kalk ganz einfach nicht mehr stand.

 

Zahlt sich ein Wasserenthärter für die Waschmaschine aus?

Eines steht fest: Ab einem gewissen Wasserhärtegrad leidet Ihre Waschmaschine mit jeder Wäsche. Bereits bei mittelhartem Wasser müssen Sie die Waschmittelmenge erhöhen, um die gleiche Waschleistung zu erzielen. Setzen Sie auf hochwertiges Waschmittel, arbeiten Sie wahrscheinlich bereits mit einem Wasserenthärter. Alternativ können Sie bei jeder Wäsche zusätzlich einen Enthärter verwenden und Ihr Waschmittel für weiches Wasser dosieren. Billig ist das in beiden Fällen nicht. Im Internet finden sich einige Rechenbeispiele dazu. Verwendet man etwa bei jeder Wäsche einen Enthärter, könnte man für dasselbe Geld nach einigen Jahren schon eine Waschmaschinenreparatur bezahlen.

Aber auch wenn man einen Enthärter verwendet, verkalkt das Innenleben der Waschmaschine. Besonders am Heizstab hält sich Kalk hartnäckig, da er durch die Hitze einbrennt. Der Heizstab liegt im Inneren der Maschine verborgen, somit erreichen Sie ihn auch nicht zum Putzen. Anders als in der Werbung können Sie mit einem Enthärter eine Entkalkung nur hinauszögern, nicht ganz verhindern.

Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung einer Enthärtungsanlage. Diese wird für das gesamte Haus oder die gesamte Wohnung eingebaut und lässt nur mehr weiches Wasser durch die eigenen vier Wände fließen. Damit wird die Lebensdauer der Waschmaschine erheblich verlängert. Es wird weniger Waschmittel benötigt, auf Wasserenthärtungszusätze kann verzichtet werden. Aber auch hier setzt sich der Kalk nach der Zeit ab. Eine Enthärtungsanlage ist zwar eine kostspielige Angelegenheit, durch die Reduzierung von Waschmittelmenge und Enthärterzusätzen schonen Sie aber die Umwelt.

Ein etwas kurioser Zugang ist die Verwendung von Regenwasser. Einige Fachblogs raten dazu. Regenwasser wäre eigentlich perfekt zum Wäsche waschen, da es fast einen Härtegrad von null aufweist. Wie praktikabel und hygienisch dieser Zugang ist, sei aber dahingestellt.