Bügeleisen entkalken – Praktische Tipps und Anleitungen

Günter Omer

Experte für Wasseraufbereitung und Kalk

Ein verkalktes Bügeleisen ist mit viel Ärger verbunden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in ein paar einfachen Schritten die hartnäckigen Ablagerungen loswerden.

Man bügelt die dunkle Lieblingsbluse, plötzlich tauchen kleine, weiße Flecken auf dem Stoff auf. Schuld daran – das Bügeleisen. Oder genauer gesagt, der Kalk, der sich im Inneren ablagert. Die Lieblingsbluse wandert meist noch einmal in die Wäsche, das Bügeleisen muss entkalkt werden.

 

Entkalkungsmittel oder nicht?

Beim Entkalken des Bügeleisens gibt es prinzipiell drei Herangehensweisen. Die meisten moderneren Modelle verfügen über eine eigene Entkalkungsfunktion und kommen ohne zusätzliche Mittel aus. Bei anderen Geräten braucht es einen Entkalker. Viele schwören auf Essig als bewährtes Hausmittel da dieser zuverlässig den Kalk löst. Manche Hersteller raten aber davon ab, da die enthaltene Säure Bauteile im Inneren des Bügeleisens angreifen kann. Ein Blick in die Gebrauchsanweisung ist ratsam, da beim Entkalken mit Essig womöglich die Garantie erlischt.

Zitronensäure ist ein beliebtes Hausmittel zum Entkalken, für das Bügeleisen ist sie aber gänzlich ungeeignet. Durch Hitze verbindet sie sich mit dem Kalk und kann die Leitungen von Innen verstopfen. Im schlimmsten Fall landet das Bügeleisen danach im Müll. Verwendet man einen chemischen Entkalker aus dem Drogeriemarkt, sollte dieser lieber nicht auf Zitronensäure basieren. Auch hier können sich schwerlösliche Klumpen bilden. Abgesehen davon lösen Universalentkalker aus dem Handel die Ablagerungen zuverlässlich. Werfen Sie aber sicherheitshalber dennoch einen Blick in die Gebrauchsanweisung. Besonders bei Bügeleisen mit moderner Entkalkungsfunktion wird von jeglichen Entkalkerlösungen strikt abgeraten.

 

Regelmäßiges Entkalken schont das Bügeleisen

Weiße Kalkflecken auf der gebügelten Wäsche sind das eindeutigste Anzeichen, dass das Gerät entkalkt werden muss. Auch wenn es nicht mehr richtig dampft, kann der Kalk schuld sein. Besser ist es jedoch, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Manche Hersteller empfehlen, nach 15 Bügeleinsätzen zu entkalken. Das ist aber nur ein Richtwert. Wie schnell das Gerät verkalkt, hängt mit der Wasserhärte zusammen. Leben Sie in einem Gebiet mit hartem Wasser, muss das Bügeleisen viel öfter enthärtet werden als in Gegenden mit weichem Wasser. Auch bei der Verwendung von destilliertem Wasser entstehen Ablagerungen. Regelmäßiges Entkalken verlängert auch hier die Lebensdauer des Bügeleisens.

Moderne Geräte verfügen meist über eine Entkalkungslampe. Diese meldet sich, wenn sich bereits zu viel Kalk abgelagert hat.

 

Dampfbügeleisen entkalken – so geht’s

Ein gewöhnliches Bügeleisen ohne Entkalkungsfunktion ist in einigen einfachen Schritten entkalkt. Planen Sie für den Vorgang aber mindestens 45 bis 60 Minuten ein.

Zum Entkalken muss das Bügeleisen kalt sein. Entleeren Sie den Wassertank und füllen Sie das Bügeleisen bis zur Maximum-Markierung mit der Entkalkerlösung. Bevor Sie sich auf ein Hausmittel oder einen chemischen Entkalker festlegen, beachten Sie die Angaben in der Gebrauchsanweisung.

Schließen Sie das Bügeleisen ans Stromnetz an und stellen Sie den Wärmeregler auf die höchste Stufe. Betätigen Sie etwa zehn Mal sowohl die Dampftaste als auch die Spritzwassertaste. So kann sich der Entkalker im Inneren des Geräts verteilen. Stellen Sie die Dampffunktion ab und lassen Sie die Lösung einwirken. Chemische Entkalker sollten etwa 15 Minuten im Gerät wirken, Hausmittel mindestens 30 Minuten. Danach heizen Sie das Bügeleisen wieder auf und tätigen erneut einige Dampfstöße. Kalkpartikel sollten nun ausgespritzt werden.

Diesen Vorgang wiederholen Sie so oft, bis kein Schmutz mehr aus den Düsen kommt. Entleeren Sie den Wassertank und spülen Sie das Bügeleisen gründlich. Dafür eignet sich destilliertes Wasser. Reinigen Sie die Unterseite und wischen Sie die Außenseite trocken.

 

Bügeleisen mit Entkalkungsfunktion

Die meisten gängigen Modelle verfügen heute über eine Entkalkungsfunktion. Wie diese genau funktioniert, finden Sie in der Gebrauchsanweisung des Bügeleisens. Prinzipiell läuft es aber bei allen Geräten ähnlich ab:

Füllen sie den Wassertank bis zur Maximum-Markierung mit gewöhnlichem Wasser. Wählen Sie eine passende Stelle zum Entkalken. Gut eignet sich etwa ein Waschbecken, über das Sie den Grillrost aus dem Backofen legen.

Stecken Sie das Bügeleisen an und halten Sie die Entkalkungstaste gedrückt. Das Wasser sprudelt aus dem Gerät. Achten Sie darauf, den Wassertank ganz zu leeren.

Stecken Sie das Bügeleisen vom Stromnetz ab und reinigen Sie die Außen- sowie Unterseite mit einem feuchten Tuch.

 

Dampfbügelstation entkalken

Dampfbügelstationen enthalten oft einen Kalkkollektor oder eine Kartusche. Kollektoren müssen einfach nur herausgenommen und gereinigt werden. Dafür eignet sich sowohl ein Bad mit einem Hausmittel als auch mit einem chemischen Entkalker. Kalkkartuschen müssen in der Regel ausgetauscht werden. Sind Sie nicht sicher, wie Sie Ihre Dampfbügelstation entkalken müssen? Die Gebrauchsanweisung gibt sicherlich Aufschluss und ist wahrscheinlich auch online zu finden.

 

Möglichkeiten, dem Kalk vorzubeugen

Jedes Bügeleisen verkalkt früher oder später. Es gibt aber einige Tricks, wie Kalkablagerungen hinausgezögert werden können.

Enthärtetes oder gefiltertes Wasser

Verwenden Sie im Haushalt eine Enthärtungsanlage oder einen Wasserfilter, verursacht das Leitungswasser deutlich weniger Ablagerungen in sämtlichen Geräten. Manche Bügeleisenhersteller bieten auch spezielle Filterkannen an. Diese sollen ein optimales Bügelwasser herstellen.

Destilliertes Wasser

Viele verwenden zum Bügeln ausschließlich destilliertes Wasser. Dieses ist demineralisiert und führt somit zu weniger Kalkablagerungen. Manche Hersteller raten aber von destilliertem Wasser ab, da es einen niedrigen pH-Wert hat und somit die metallische Sohle des Bügeleisens angreifen kann.

Bügelwasser

Dabei handelt es sich in der Regel um destilliertes Wasser mit Wäscheduft. In der Theorie ein guter Weg, zwei Fliegen mit einer Klatsche zu schlagen. Manche Hersteller warnen aber, dass die Duftstoffe schlecht für das Gerät sein könnten.

Wasser aus dem Trockner

Sie haben einen Trockner, bei dem Sie das Kondenswasser händisch entleeren müssen? Perfekt! Dieses eignet sich gut zum Bügeln. Einerseits führt es zu weniger Kalkablagerungen, andererseits lässt es die Wäsche zusätzlich duften. Im Trocknerwasser befinden sich aber oft Fusselreste. Damit diese nicht das Bügeleisen verstopfen können, wird das Wasser mit einem einfachen Kaffeefilter gefiltert. Bei Dampfstationen sollte dieses Wasser ausdrücklich nicht verwendet werden.