Pro & Contra und wann ein Labortest unverzichtbar ist

Kennen Sie die genaue Zusammensetzung Ihres Leitungswassers? Ein Trinkwasssertest gibt Aufschluss über mögliche Gefahren.

Kleine Reagenzgläser, weiße Laborkittel und eine sterile Atmosphäre. Haben Sie ein solches Bild im Kopf, wenn Sie „Wassertest“ hören? Die Analyse im Labor ist der zuverlässigste Weg, Wasser zu testen. Auch wenn es mittlerweile zahlreiche Do-It-Yourself-Tests gibt, können diese noch lange kein Labor ersetzen.

 

Zuverlässige Wasseranalysen aus dem Labor

Der Hauptgrund, einen Wassertest im Labor durchführen zu lassen, ist wohl die Zuverlässigkeit. Ein Labor hat eine professionelle Ausstattung, geschultes Personal und moderne Analysemethoden. Damit können Selbsttests nicht mithalten. Auch gibt es manche Parameter, die sich nur im Labor genau bestimmen lassen. Dazu gehört etwa Quecksilber, aber auch bei Bakterien ist eine genaue Einschätzung der Lage nur mit einem Labortest möglich. Manche Selbsttests zeigen zwar an, ob sich beispielsweise Coli-Bakterien oder Legionellen im Wasser befinden, die Anzahl der Bakterien können sie aber nicht bestimmen. Um das Gesundheitsrisiko sinnvoll einschätzen zu können, braucht es nach einem solchen Test ohnehin wieder einen Labortest.

Prinzipiell gibt es zwei Wege der Durchführung. Entweder führen Sie die Probennahme selbst durch, oder es kommt ein Mitarbeiter des Testinstituts bei Ihnen vorbei. Eine Probenahme durch das Institut kommt eher bei der Überprüfung von Hausbrunnen vor. Solche Analysen stehen den Untersuchungen von großen Wasserversorgungsunternehmen in puncto Qualität um nichts nach. Aber auch wenn Sie die Probe selbst nehmen, können Sie mit genauen Ergebnissen rechnen – jedenfalls solange Sie sich an die Anleitung halten.

Ein großer Vorteil bei einem Labortest ist, dass Sie eine konsumentenfreundliche Beschreibung der Ergebnisse erhalten. Im Gegensatz dazu sind bei Selbsttests die Farbskalen oder Farbumschläge oft nur eher schwierig zu interpretieren. Auch werden Sie nicht alleine gelassen: Bei Fragen gibt es eine Hotline oder eine Mail-Adresse, an die Sie sich wenden können. So werden Sie ihr Testergebnis bestimmt verstehen.

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Zu den Wassertests

 

Unverzichtbar: Wasser aus dem Hausbrunnen unbedingt im Labor testen lassen

Ein Zehntel der Bevölkerung versorgt sich selbst mit Wasser über einen Hausbrunnen. Das hat natürlich viele Vorteile, bringt aber auch eine gewisse Verantwortung mit sich – für die Überprüfung der Wasserqualität ist man ausschließlich selbst zuständig. Die Empfehlung lautet, den eigenen Brunnen mindestens einmal im Jahr umfangreich untersuchen zu lassen. Verunreinigungen fallen nämlich nicht unbedingt auf. In Studien wurde herausgefunden, dass nahezu die Hälfte der Hausbrunnen keine Trinkwasserqualität aufweist. Nur wer das Wasser gewissenhaft im Labor untersuchen lässt, kann auf Nummer sicher gehen. Bakterien, Fremdstoffe und Verunreinigungen haben schließlich im Trinkwasser nichts verloren!

 

Qualität hat ihren Preis

Wer sich eine umfangreiche Analyse seines Leitungswassers wünscht, muss dafür ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Zumindest, wenn man die Preise mit denen von Selbsttests vergleicht. Die Preise für Laboranalysen starten etwa bei 50 Euro. Wer sich eine umfangreiche Analyse seines Wassers wünscht, sollte mindestens mit 150 Euro Kosten rechnen. Dazu kommen womöglich noch Portogebühren für den Transport der Wasserprobe ins Labor.

Ist die Probe erst einmal im Labor angekommen, heißt es geduldig sein. Es wird nämlich einige Wochen dauern, bis Sie eine Auswertung bekommen. Bei einem Selbsttest hingegen sehen Sie nach wenigen Minuten ein Ergebnis. Trotzdem unterliegt auch der Labortest möglichen Ungenauigkeiten – etwa, wenn beim Transport etwas schiefgeht. Schwankungen sind aber viel unwahrscheinlicher als bei Selbsttests.

 

Labortests für rechtliche Angelegenheiten

Blei im Trinkwasser – eine Horrorvorstellung. Laut Aqua Quality Austria (AQA) wurde bei mehr als 20% der Wasserproben eine Überschreitung der Grenzwerte von Blei und Nickel festgestellt. Besonders in Wien gibt es noch viele Bleirohre, generell sind sie ein großes Problem in Altbauten. Hier stellt sich eine rechtliche Frage. Grundsätzlich liegt es im Verantwortungsbereich des Vermieters, dass Wohnungen kein Gesundheitsrisiko bergen dürfen. In Deutschland müssen Rohre getauscht werden, wenn sie einen Grenzwert überschreiten. Möchten Sie das mit einem Wassertest nachweisen, werden nur Labortests akzeptiert. Achten Sie aber unbedingt auf die Informationen auf der Verkäuferhomepage! Manche geben explizit an, dass ihre Tests nicht für rechtliche Angelegenheiten herangezogen werden können.

In Österreich ist die gesetzliche Lage nicht so klar. Im Jahr 2004 wurde in einem Fall entschieden, dass es für den Mieter zumutbar ist, das Wasser eine Minute ablaufen zu lassen, um die Bleikonzentration zu senken. Ein neuer Bleigrenzwert könnte das aber kippen. Ob der Vermieter Rohre austauschen muss, ist also rechtlich nicht genau festgelegt. Möchten Sie es aber versuchen und Ihrem Vermieter Druck machen, führen Sie unbedingt einen Labortest durch! Mit einem Selbsttest werden Sie nicht weit kommen.