Wasser testen

Legionellen

Legionellen im Wasser bieten Stoff für hollywoodreife Horrorgeschichten: Nicht zu sehen, nicht zu schmecken. Auslöser für schwer zu diagnostizierende Krankheiten und verantwortlich für den Tod zahlreicher Menschen. Wie bei vielen anderen Dingen auch, wird aber nicht so heiß gegessen wie gekocht – auch wenn „heiß kochen“ ein gutes Stichwort bei einer Legionellenbelastung ist. Wir verraten Ihnen alles Wissenswerte zu Legionellen und geben Ihnen Tipps, wie die Bakterien bei Ihnen nicht zur Gefahr werden.

 

Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die prinzipiell immer in Gewässern vorkommen. Auch in Bächen und Seen findet man sie also. Üblicherweise treten sie aber in so geringer Keimzahl auf, dass keine Gefahr von ihnen ausgeht. Sie vermehren sich gut im warmen Wasser zwischen 25 und 45°C . Temperaturen, die wir oft zum Waschen und Duschen verwenden. Unter 20°C oder über 60°C können sich Legionellen nicht mehr vermehren.

 

Warum sind Legionellen gefährlich?

Legionellen werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Weder das Trinken von belastetem Wasser stellt eine Gefahr da, noch der Kontakt mit der Haut. Gefährlich wird es, wenn Legionellen eingeatmet werden. Ein typischer Ansteckungsort ist deshalb die Dusche. Im feinen Wasserdampf sind die Erreger ebenfalls vorhanden, beim Einatmen gelangen sie in die Lunge. Wenn sie sich dort festsetzen, können sie schlimme Erkrankungen auslösen. Besonders gefährlich sind Legionellen für Personen mit geschwächtem Immunsystem, wie Babys, Kinder und ältere Menschen. Auch bei chronischen Lungenkrankheiten oder Rauchern stellen Legionellen ein erhöhtes Risiko dar.

 

Welche Krankheiten lösen Legionellen aus?

Legionellen sind für zwei verschiedene Krankheiten verantwortlich. Wer mit den Bakterien in Berührung kommt, muss aber nicht zwangsläufig erkranken – oft gibt es keine Symptome oder die Betroffenen nehmen nur eine leichte Erkältung wahr. Kranke sind jedenfalls nicht ansteckend, da die Bakterien nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden können.

Legionärskrankheit oder Legionellen Pneumonie

Die Legionärskrankheit ist eine Form der Lungenentzündung. Zwei bis zehn Tage nachdem man mit dem Erreger in Kontakt gekommen ist, zeigen sich erste Symptome. Schwerer Husten, Schüttelfrost, Fieber über 40°C, Brust- und Kopfschmerzen und ein schweres Krankheitsgefühl sind typische Anzeichen. Wenn die Krankheit korrekt behandelt wird, sind die Heilungsaussichten gut, wird sie falsch behandelt, verläuft sie allerdings schwer. Die große Herausforderung bei der Legionärskrankheit ist die richtige Diagnose zu stellen.

Da die Symptome leicht mit einer gewöhnlichen Lungenentzündung verwechselt werden, ist die Legionärskrankheit schwer zu diagnostizieren. Offiziell ist die Krankheit 2017 in Österreich 218 Mal aufgetreten. Die AGES (Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit) geht aber von mehr als 1.000 Fällen jährlich in Österreich aus. Wenn diese Schätzung korrekt ist, wird die Legionärskrankheit in 80 Prozent der Fälle falsch diagnostiziert. Von den offiziell Erkrankten sterben jährlich zwischen 4 und 14 Prozent, zu der Dunkelziffer gibt es hier keine Schätzungen.

Gute Heilungschancen gibt es durchaus. Sollten Symptome bei Ihnen auftreten und Sie den Verdacht auf Legionellen haben, teilen Sie das sofort Ihrem Arzt mit. Legionellen lassen sich schnell und unkompliziert nachweisen und einer Heilung steht nichts mehr im Wege.

Pontiac-Fieber

Das Pontiac-Fieber ist die häufiger vorkommende Erkrankung, die von Legionellen ausgelöst wird. Sie verläuft nicht so schwer wie die Legionärskrankheit. Betroffene klagen meist über grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, allgemeines Unwohlsein und Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Lungenentzündung tritt aber nicht auf. Die Inkubationszeit ist relativ kurz und liegt im Durchschnitt bei ein bis zwei Tagen.

Oft wird die Krankheit mit einer Sommergrippe verwechselt, da die Symptome sehr ähnlich sind. Auch bei dieser Krankheit wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen – es dürften längst nicht alle Fälle diagnostiziert oder dokumentiert sein. Das Pontiac Fieber muss nicht therapiert werden, im Normalfall heilt es innerhalb einer Woche von selbst aus.

Todesfälle in Zusammenhang mit dem Pontiac-Fieber werden nicht beschrieben.

Falls Sie vermuten, aufgrund von Legionellen erkrankt zu sein, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf. Die Informationen auf unserer Website dienen nicht zur Selbstdiagnose und können keinesfalls die Untersuchung durch einen Arzt ersetzen!

 

Wo besteht Gefahr, sich mit Legionellen zu infizieren?

Überall, wo Wasser erwärmt wird. Ansteckungsgefahr gibt es somit sowohl in öffentlichen Anlagen als auch in Privathaushalten. Besonders betroffen sind Duschen, öffentliche Sanitäranlagen, Schulen, Krankenhäuser, Klimaanlagen und Kühltürme. Die Bakterien gelangen hier über feine Wassertröpfchen in die Luft und können leicht eingeatmet werden. Das Trinken von mit Legionellen belastetem Wasser ist prinzipiell nicht gefährlich. Allerdings kann es dabei leicht „in die falsche Röhre gelangen“ und die Erreger können so den Weg in die Lunge finden.

Optimale Bedingungen für die Verbreitung von Legionellen findet man in Duschen und Whirlpools. Die Temperatur ist hier genau richtig für die Bakterien und über den fein zerstäubten Wasserdampf werden sie leicht eingeatmet. Auch wenn Wasser lange in den Leitungen steht, entwickelt sich eine perfekte Brutstätte. Hat man beispielsweise die Dusche zwei Wochen nicht aufgedreht weil man auf Urlaub war, ist mit einer höheren Bakterienbelastung im Wasser zu rechnen. Die Lösung: Einfach das Wasser einige Minuten ablaufen lassen und den Raum gut lüften.

Aber nicht nur der Ort ist entscheidend für eine mögliche Ansteckung. Personen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Lungenerkrankungen und Raucher sind stärker gefährdet, sich anzustecken. Außerdem sind Männer zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Frauen. Woran das liegt ist aber nicht beschrieben.

 

Wie kann ich feststellen, ob Legionellen im Wasser sind?

Wasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel. Es muss strengen Anforderungen gerecht werden, bevor es an Konsumenten abgegeben wird. Fehler auf Seiten der Wasserversorger sind zwar nicht auszuschließen, in den meisten Fällen sind Verunreinigungen aber auf die eigenen Hausinstallationen zurückzuführen. Mit einem Wassertest lässt sich herausfinden, ob die Legionellen im Wasser gefährlich sind. Das hängt nämlich damit zusammen, wie viele koloniebildende Einheiten darin zu finden sind. Eine gewisse Anzahl an Legionellen ist in allen Gewässern zu finden, auch in der Natur.

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Ein Legionellen Wassertest muss im Labor durchgeführt werden. Sie bekommen vom Testinstitut ein steriles Gefäß zugesendet, in das Sie ganz einfach zuhause Wasser abfüllen. Die Probe senden Sie mit der Post ins Labor und nach einer gewissen Bearbeitungszeit – in der Regel zirka zwei Wochen – bekommen Sie ihr Ergebnis. Besonders wenn Kleinkinder und Babies im Haushalt leben ist es eine gute Idee, einen Test zu machen. Da ihr Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist, sind die Kleinen besonders anfällig für Legionellen.

Falls es durch das Wasserwerk bzw. das öffentliche Versorgungsnetz zu Problemen mit Legionellen kommt, muss das allen Verbrauchern entsprechend mitgeteilt werden.

 

Wie reagiere ich richtig, wenn Legionellen im Wasser sind?

Legionellen sterben ab 60°C Wassertemperatur ab. Zuverlässigen Schutz gegen die Bakterien bietet also Hitze. Bei einem Befall überprüfen Sie, ob das Warmwasser in Ihrem Zuhause auf über 60°C eingestellt ist. Im ganzen Leitungssystem sollte die Temperatur an keiner Stelle unter 55°C fallen.

Sie können auch eine thermische Desinfektion durchführen. Das bedeutet nichts anderes, als dass Sie alle Zapfstellen von Warmwasser mit mindestens 70°C heißem Wasser spülen. Vergewissern Sie sich, dass Sie Ihre Warmwasseranlage entsprechend aufheizen können und lassen Sie an allen Wasserhähnen und Duschköpfen mindestens drei Minuten lang das heiße Wasser ablaufen. So werden die Legionellen zuverlässig inaktiviert oder abgetötet. Wenn Sie Bedenken bezüglich der Durchführung haben, hilft Ihnen gerne ein Installateur.

Lange Zeit waren sogenannte Legionellenschaltungen üblich. Dabei wurde das Wasser regelmäßig zu einem gewissen Zeitpunkt automatisch erhitzt. Die Wirksamkeit dieser Methode ist aber bestritten, da ein Gewöhnungseffekt beschrieben wird. Setzt man die Legionellen auf diese Art regelmäßig dem heißen Wasser aus, werden sie hitzeresistent.

Die thermische Desinfektion ist zwar die geläufigste Methode, es gibt aber auch andere Wege. Eine Möglichkeit ist, das ganze System mit Chlor zu spülen. Dieser Vorgang muss von Fachpersonal durchgeführt werden und gefährdet die Trinkwasserqualität für einen gewissen Zeitraum. Dafür ist die Desinfektion mit Chlor aber auch sehr effektiv. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit UV-Licht zu desinfizieren. Dazu gibt es eigene Geräte, die speziell auf Warmwasser ausgelegt sind. Diese Methode funktioniert ohne Chemie, desinfiziert aber dennoch nachhaltig.

In öffentlichen Bereichen – etwa bei den Duschen in einem Wohnheim – können Sie nicht selbst handeln. Betreiber müssen aber gewisse Hygienevorschriften einhalten und im Falle einer erhöhten Legionellenbelastung Maßnahmen ergreifen.

 

Welche Vorschriften gibt es in Bezug auf Legionellen?

In Österreich gibt es eine „Legionellen Norm“, die korrekt „ÖNORM B 5019“ heißt. Darin sind Vorschriften für die Trinkwassererwärmung in Kranken- und Kuranstalten, Pflegeanstalten, Badeanstalten und Beherbergungsbetrieben festgelegt. Beim Betrieb von Warmwasseranlagen für einzelne Wohneinheiten oder Einfamilienhäuser müssen diese Vorschriften nicht eingehalten werden. Für zentrale Anlagen gelten diese besonderen Vorschriften, weil das Risiko deutlich höher ist. Die Norm beinhaltet zahlreiche Spezifikationen zu den zu verwendenden Materialien und Bauweisen, zur Wartung, zur Betriebstemperatur und vieles mehr. Nicht unter die ÖNORM fallen Anlagen, die nicht als zentral gesehen werden. Dazu zählt zum Beispiel das Wasser in zahnärztlichen Behandlungsapparaten.

Unabhängig davon ist gesetzlich festgelegt, dass Trinkwasser die menschliche Gesundheit nicht gefährden darf. Wasser mit einer erhöhten Legionellenbelastung darf somit nicht an das Verteilungsnetz abgegeben werden.

In Deutschland müssen laut Trinkwasserverordnung alle Großanlagen und öffentlichen Gebäude sowie Anlagen zu gewerblichen Zwecken regelmäßig Wasserproben nehmen. Bei einer bestimmten Legionellenkonzentration muss diese dem Gesundheitsamt angezeigt werden und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Für Ein- und Zweifamilienhäuser besteht keine Untersuchungspflicht.

Privat sollten Sie gut auf Ihre wasserführenden Geräte achten. Klimaanlagen, Luftbefeuchter, Whirlpools und andere Gerätschaften, die mit warmem Wasser arbeiten, können schnell zur Gefahr werden. Beachten Sie jedenfalls die Angaben des Herstellers bezüglich Wartung und Pflege. Im Zweifelsfall zögern Sie lieber nicht, einen Legionellentest durchzuführen.

 

Wie kann ich Legionellen vorbeugen?

Der wichtigste und einfachste Weg ist, das Warmwasser immer auf 60°C zu erhitzen. Im Sommer wird die Warmwasseranlage oft auf niedrigeren Temperaturen betrieben. Das ist aus Energiespargründen zwar vielleicht sinnvoll, in Hinblick auf Legionellen allerdings gar keine gute Idee. Nicht umsonst werden erhöhte Legionellenbelastungen meist im Sommer verzeichnet.

Bakterien brauchen immer eine geeignete Brutstätte. Wenn Sie in ihrem Zuhause Probleme mit Kalk haben, bilden sich solche schnell. Entkalken Sie Armaturen und Brauseköpfe regelmäßig, um den Bakterien die Brutstätte zu nehmen. Wir haben einige Tipps zum Thema Wasser entkalken für Sie gesammelt, bei denen Sie auch mehr zum Wasserhahn Entkalken lesen können. Ebenfalls eine gute Brutstätte ist abgestandenes Wasser. Hier können sich die Bakterien gut vermehren. Deshalb sollten Sie Totstränge in Ihrem Leitungssystem unbedingt vermeiden und das Wasser aus selten genutzten Leitungen regelmäßig abfließen lassen. Eine unterschätzte Gefahr ist Leitungswasser nach längerer Abwesenheit. Waren Sie beispielsweise zwei Wochen im Urlaub und niemand hat das Wasser in der Zwischenzeit aufgedreht, sollten Sie die Leitungen gründlich durchspülen. Besonders die Dusche hat Gefahrenpotential. Drehen Sie das Wasser einfach für einige Minuten möglichst heiß auf, öffnen Sie das Fenster und verlassen Sie den Raum. Auch wenn Sie nur einige Tage nicht zuhause waren ist es eine gute Idee, das Wasser gründlich abfließen zu lassen. Abgestandenes Wasser kann nämlich auch andere Gefahren bergen – etwa eine erhöhte Bleikonzentration.

Das Um und Auf ist, das gesamte Warmwassersystem gut zu warten. Darunter fallen verschiedenste Aspekte von der Wartung von Klimaanlagen bis zum Tauschen von Wasserfiltern. Achten Sie darauf, den Duschschlauch in regelmäßigen Abständen zu wechseln. Im Inneren kann sich nämlich eine zähe Mischung aus Biofilm und Kalkablagerungen bilden, in denen sich Legionellen richtig wohlfühlen. Auch der Einbau einer Entkalkungsanlage wirkt vorbeugend, da so die Brutstätte der Bakterien vermindert wird.

wassertests unterschiede

Basistest: Ein guter Einstieg

Die meisten Testinstitute bieten einen Basistest an, der in der Regel die wichtigsten physikalischen und chemischen Parameter untersucht. Dazu zählen Werte wie die Wasserhärte, Mineralien und Schwermetalle. Typischerweise werden zum Beispiel Calcium, Magnesium, Natrium, Chlorid, Hydrogencarbonat, Aluminium, Eisen, Blei, Nickel und viele weitere untersucht. Ein solcher Test ist in erster Linie dafür ausgelegt, einen möglichst breiten Überblick zur Wasserqualität zu geben. Möchten Sie also eine allgemeine Einschätzung der Lage bekommen, ist dieser Test optimal. Oder Sie möchten einen Verdacht auf eine konkrete Verunreinigung überprüfen. Auch wenn Sie vermuten, dass über die Leitungsrohre oder Armaturen Schwermetalle an das Wasser abgegeben werden könnten, ist ein Basistest meist die richtige Wahl.

Wassertest Baby: Für die Gesundheit der Kleinsten

Kinder reagieren sehr empfindlich auf Fremdstoffe im Wasser. Verunreinigungen, die für Erwachsene kein Problem sind, können bei Babys und Kindern schnell Beschwerden hervorrufen. Baby-Wassertests decken bestimmte Parameter ab, auf die unsere Kleinsten besonders empfindlich reagieren. Optimal, wenn Sie Leitungswasser für Säuglingsnahrung verwenden wollen. Wichtige Testparameter sind unter anderem die Gesamthärte, Calcium, Magnesium, Chlorid, Mangan, Natrium, Blei oder Kupfer. Bakterielle Belastungen werden mit diesen Tests aber meist nicht abgedeckt.

Bakterientest: Hilfe bei unerwünschten Mikroorganismen

Bakterien im Wasser sieht man nicht, schmeckt man nicht und riecht man nicht. Ihre Auswirkungen können dafür umso heftiger sein. Ein Bakterientest umfast meist E.coli- sowie Coliforme Bakterien und untersucht die Keimzahl bei 22 und 37 Grad Celsius. 22 Grad Celsius entspricht nämlich dem Optimum vieler Wasser- und Bodenbakterien, 37 Grad dem Optimum vieler Darmbakterien. Für den Nachweis von Legionellen ist in der Regel ein zusätzlicher Test notwendig. Legionellen sind nicht beim Trinken gefährlich, sondern wenn sie eingeatmet werden. Das wird also etwa beim Duschen problematisch. Die Bakterien können erstzunehmende Lungenentzündungen auslösen.

Hausbrunnen testen: Maßgeblich für Selbstversorger

Wer sich selbst mit Wasser versorgt, ist auch selbst für die Qualität verantwortlich. 10 Prozent der österreichischen Haushalte beziehen ihr Leitungswasser aus einem eigenen Brunnen. Viele davon werden schon seit Generationen genutzt. Über die Wasserqualität machen sich aber manche Besitzer keine großen Gedanken. Spezielle Brunnentests decken alle wichtigen Parameter zur Wasserqualität ab und untersuchen speziell jene Fremdstoffe, die häufig im Brunnenwasser vorkommen. Die Empfehlung lautet, Hausbrunnen ein bis zwei Mal im Jahr zu untersuchen. Besonders wichtig ist das, wenn Kinder das Wasser trinken.

Tests für (fast) alle Bedürfnisse

Die bereits vorgestellten Tests decken viele Problemsituationen ab, manchmal sind aber auch ganz andere Parameter interessant. Arzneimittel, Uran oder Stickstoff möchte wohl niemand im Trinkwasser haben. Deshalb werden auch dafür spezielle Tests angeboten. Oft sind die Rohrleitungen schuld an einer mangelhaften Wasserqualität. Vermutet man eine erhöhte Blei-, Nickel- oder Kupferkonzentration, kann ein Rohrleitungstest Abhilfe schaffen. Viele Testinstitute ermöglichen es auch, nur einen konkreten Wert zu testen. Wenn Sie also wirklich nur zu einem bestimmten Parameter eine Analyse wünschen, können Sie so Geld sparen.

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Kleine Reagenzgläser, weiße Laborkittel und eine sterile Atmosphäre. Haben Sie ein solches Bild im Kopf, wenn Sie „Wassertest“ hören? Die Analyse im Labor ist der zuverlässigste Weg, Wasser zu testen. Auch wenn es mittlerweile zahlreiche Do-It-Yourself-Tests gibt, können diese noch lange kein Labor ersetzen.

 

Zuverlässige Wasseranalysen aus dem Labor

Der Hauptgrund, einen Wassertest im Labor durchführen zu lassen, ist wohl die Zuverlässigkeit. Ein Labor hat eine professionelle Ausstattung, geschultes Personal und moderne Analysemethoden. Damit können Selbsttests nicht mithalten. Auch gibt es manche Parameter, die sich nur im Labor genau bestimmen lassen. Dazu gehört etwa Quecksilber, aber auch bei Bakterien ist eine genaue Einschätzung der Lage nur mit einem Labortest möglich. Manche Selbsttests zeigen zwar an, ob sich beispielsweise Coli-Bakterien oder Legionellen im Wasser befinden, die Anzahl der Bakterien können sie aber nicht bestimmen. Um das Gesundheitsrisiko sinnvoll einschätzen zu können, braucht es nach einem solchen Test ohnehin wieder einen Labortest.

Prinzipiell gibt es zwei Wege der Durchführung. Entweder führen Sie die Probennahme selbst durch, oder es kommt ein Mitarbeiter des Testinstituts bei Ihnen vorbei. Eine Probenahme durch das Institut kommt eher bei der Überprüfung von Hausbrunnen vor. Solche Analysen stehen den Untersuchungen von großen Wasserversorgungsunternehmen in puncto Qualität um nichts nach. Aber auch wenn Sie die Probe selbst nehmen, können Sie mit genauen Ergebnissen rechnen – jedenfalls solange Sie sich an die Anleitung halten.

Ein großer Vorteil bei einem Labortest ist, dass Sie eine konsumentenfreundliche Beschreibung der Ergebnisse erhalten. Im Gegensatz dazu sind bei Selbsttests die Farbskalen oder Farbumschläge oft nur eher schwierig zu interpretieren. Auch werden Sie nicht alleine gelassen: Bei Fragen gibt es eine Hotline oder eine Mail-Adresse, an die Sie sich wenden können. So werden Sie ihr Testergebnis bestimmt verstehen.

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Unverzichtbar: Wasser aus dem Hausbrunnen unbedingt im Labor testen lassen

Ein Zehntel der Bevölkerung versorgt sich selbst mit Wasser über einen Hausbrunnen. Das hat natürlich viele Vorteile, bringt aber auch eine gewisse Verantwortung mit sich – für die Überprüfung der Wasserqualität ist man ausschließlich selbst zuständig. Die Empfehlung lautet, den eigenen Brunnen mindestens einmal im Jahr umfangreich untersuchen zu lassen. Verunreinigungen fallen nämlich nicht unbedingt auf. In Studien wurde herausgefunden, dass nahezu die Hälfte der Hausbrunnen keine Trinkwasserqualität aufweist. Nur wer das Wasser gewissenhaft im Labor untersuchen lässt, kann auf Nummer sicher gehen. Bakterien, Fremdstoffe und Verunreinigungen haben schließlich im Trinkwasser nichts verloren!

 

Qualität hat ihren Preis

Wer sich eine umfangreiche Analyse seines Leitungswassers wünscht, muss dafür ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Zumindest, wenn man die Preise mit denen von Selbsttests vergleicht. Die Preise für Laboranalysen starten etwa bei 50 Euro. Wer sich eine umfangreiche Analyse seines Wassers wünscht, sollte mindestens mit 150 Euro Kosten rechnen. Dazu kommen womöglich noch Portogebühren für den Transport der Wasserprobe ins Labor.

Ist die Probe erst einmal im Labor angekommen, heißt es geduldig sein. Es wird nämlich einige Wochen dauern, bis Sie eine Auswertung bekommen. Bei einem Selbsttest hingegen sehen Sie nach wenigen Minuten ein Ergebnis. Trotzdem unterliegt auch der Labortest möglichen Ungenauigkeiten – etwa, wenn beim Transport etwas schiefgeht. Schwankungen sind aber viel unwahrscheinlicher als bei Selbsttests.

 

Labortests für rechtliche Angelegenheiten

Blei im Trinkwasser – eine Horrorvorstellung. Laut Aqua Quality Austria (AQA) wurde bei mehr als 20% der Wasserproben eine Überschreitung der Grenzwerte von Blei und Nickel festgestellt. Besonders in Wien gibt es noch viele Bleirohre, generell sind sie ein großes Problem in Altbauten. Hier stellt sich eine rechtliche Frage. Grundsätzlich liegt es im Verantwortungsbereich des Vermieters, dass Wohnungen kein Gesundheitsrisiko bergen dürfen. In Deutschland müssen Rohre getauscht werden, wenn sie einen Grenzwert überschreiten. Möchten Sie das mit einem Wassertest nachweisen, werden nur Labortests akzeptiert. Achten Sie aber unbedingt auf die Informationen auf der Verkäuferhomepage! Manche geben explizit an, dass ihre Tests nicht für rechtliche Angelegenheiten herangezogen werden können.

In Österreich ist die gesetzliche Lage nicht so klar. Im Jahr 2004 wurde in einem Fall entschieden, dass es für den Mieter zumutbar ist, das Wasser eine Minute ablaufen zu lassen, um die Bleikonzentration zu senken. Ein neuer Bleigrenzwert könnte das aber kippen. Ob der Vermieter Rohre austauschen muss, ist also rechtlich nicht genau festgelegt. Möchten Sie es aber versuchen und Ihrem Vermieter Druck machen, führen Sie unbedingt einen Labortest durch! Mit einem Selbsttest werden Sie nicht weit kommen.