Umkehrosmose – Die feine Membran für reines Wasser

Hartes Wasser bringt eine Reihe an Problemen, eine Enthärtungsanlage kann viel davon lösen. Die Vor- und Nachteile einer Umkehrosmoseanlage finden Sie hier.

Eine Umkehrosmoseanlage arbeitet mit einem Prinzip aus der Natur. Als Osmose wird ein Vorgang bezeichnet, bei dem eine Flüssigkeit durch eine Membran wandert. Am einfachsten lässt sich das anhand eines Beispiels erklären. Vielleicht haben Sie schon einmal bemerkt, dass reife Kirschen am Baum nach einem Regenguss platzen. Schuld daran ist ein Osmosevorgang.

Regenwasser sammelt sich auf der Haut der Kirschen, im Inneren sind sie voller Zuckerwasser. Wasser hat die Eigenschaft, dass es die Konzentration an gelösten Stoffen ausgleichen möchte. Indem es in das Innere der Kirschen wandert, wird die zuckerhaltige Lösung verdünnt und somit dem Regenwasser ähnlicher. Das macht aber die Haut der Kirschen nicht lange mit – sie platzt.

 

Ein natürliches Prinzip für sauberes Wasser

Zur Wasseraufbereitung wird dieses Prinzip umgekehrt, deshalb spricht man auch von einer Umkehrosmose. Während bei der natürlichen Osmose das reinere Regenwasser zum mit Zucker „belasteten“ Wasser fließt, fließt bei der Umkehrosmose das belastete Wasser zum reinem Wasser. Das „verunreinigte“ Wasser muss dabei durch eine feine Membran durch. Im Grunde handelt es sich um einen Filter. Die Poren sind aber so klein, dass nur Wassermoleküle hindurch passen. Sämtliche Fremdstoffe wie Mineralien, Bakterien, Medikamentenrückstände oder Schwermetalle werden ausgefiltert.

So einfach, wie das klingen mag, läuft die Umkehrosmose aber nicht ab. Das Prinzip zwingt das Wasser nämlich, sich entgegen seiner natürlichen Gesetze zu verhalten. „Freiwillig“ findet der Vorgang also nicht statt. Das Wasser muss mit hohem Energieaufwand durch die Membran gepresst werden. Bis die kleinen Wassermoleküle perfekt gereinigt sind, vergeht auch einiges an Zeit. Deshalb wäre es aus energie- und zeitökologischer Sicht nicht sinnvoll, das gesamte Wasser für den Haushalt auf diese Weise aufzubereiten. Meist werden Umkehrosmosegeräte unter der Spüle eingebaut, bei vielen muss ein zweiter Wasserhahn am Waschbecken installiert werden. So wird nur das Wasser zum Trinken und Kochen mittels Umkehrosmose gereinigt. Um technische Gerätschaften wie Waschmaschine oder Boiler vor Kalkablagerungen zu schützen, eignet sich die Methode nicht.

 

Perfekt aufbereitet – in erster Linie aber kein Trinkwasser

Osmosewasser hat ähnliche Eigenschaften wie destilliertes Wasser. Verwendet wird es meist für medizinische oder technische Zwecke. Möchte man das Wasser trinken, muss es erst wieder mit Mineralstoffen angereichert werden. Direkt aus der Umkehrosmoseanlage besteht es wirklich ausschließlich aus Wasserstoff und Sauerstoff, was nicht unbedingt gut für den menschlichen Körper ist. Der pH-Wert des Wassers wird sauer, was neben gesundheitlichen Aspekten auch schlecht für Rohre und Hausinstallationen ist.

Problematisch bei der Umkehrosmose sind die hohen laufenden Kosten. Die ausgefilterten Stoffe müssen mit viel Trinkwasser aus der Anlage gespült werden. Wie viel Abwasser dabei entsteht, hängt natürlich damit zusammen, wie viel ausgefiltert wird. Daumen mal Pi lässt sich aber sagen, dass für einen Liter Osmosewasser etwa drei Liter Trinkwasser zum Spülen benötigt werden. Dazu sind regelmäßige Wartungen notwendig. Die Membran läuft ansonsten Gefahr, zu verkeimen. Wird die Anlage nicht richtig in Stand gehalten, können die ausgefilterten Stoffe wieder konzentriert ins Wasser gelangen. Diese Gefahr wird verstärkt, wenn die Anlage über längere Zeit nicht in Betrieb ist. In einem solchen Fall sollte die Membran getauscht werden.

Wer schnell durstig wird, dem könnte eine Umkehrosmoseanlage Nerven rauben. Um einen Liter aufbereitetes Wasser herzustellen, braucht ein durchschnittliches Gerät zwischen fünf und zehn Minuten.

Neben der Umkehrosmose gibt es auch andere Möglichkeiten der Wasserenthärtung. Wir stellen Ihnen auf PURAMIDA alle gängigen Methoden vor.