Wie Wasserhärte entsteht und sich auswirkt

Die Qualität unseres Trinkwassers setzt sich aus verschiedenen Parametern zusammen. Besonders wichtig ist die Wasserhärte, die den Kalkgehalt zeigt.

Viele empfinden hartes Wasser als lästig. Im Haushalt bringt der Kalk einige Probleme mit sich, etwa ständiges Putzen, Entkalken oder gar kaputte Geräte. Aber warum ist unser Trinkwasser eigentlich hart? Um das zu verstehen, unternehmen wir einen Abstecher in die Natur.

 

Hartes Wasser – die Antwort liegt im Wasserkreislauf

Wasser ist in der Natur ein hervorragendes Lösungs- und Transportmittel. Das ist auch der Grund, warum Kalk überhaupt in unser Trinkwasser kommt. Wenn es regnet und Wasser im Boden versickert, kommt es mit kalkhaltigem Gestein in Berührung und reichert sich damit an – das Grundwasser wird hart. Wie kalkhaltig das Trinkwasser ist, ist von Region zu Region verschieden. Das hängt einerseits natürlich mit der Zusammensetzung des Bodens zusammen, andererseits wird nicht überall gleich viel Grundwasser zur Trinkwasserversorgung verwendet.

Wer den Kalk aus dem Wasser entfernen möchte, setzt im Haushalt meist auf eine Enthärtungsanlage. In der Natur erledigt das der Wasserkreislauf von selbst. Wenn Wasser verdunstet, bleibt der Kalk nämlich zurück – das kennen Sie bestimmt von Kalkflecken auf Küchenarmaturen und Duschwänden. Das Wasser steigt im natürlichen Kreislauf in Wolken auf, der Kalk bleibt auf der Erde. Durch die Verdunstung in der Natur wird Wasser bestens gereinigt.

 

Calcium, Magnesium und die Chemie dahinter

Der Kalk im Wasser setzt sich aus verschiedenen Mineralien zusammen, Calcium und Magnesium sind die beiden wichtigsten davon. Sie werden auch Härtebildner genannt. Die genaue chemische Bezeichnung für die Härte im Wasser ist Calciumhydrogencarbonat. Und das entsteht, wenn Kohlenstoffdioxid im Wasser mit Kalk reagiert. Einfach ausgedrückt: die natürliche Kohlensäure im Wasser löst den Kalk aus dem Kalkgestein. Und der bleibt in Form von Calciumhydrogencarbonat im Trinkwasser.

Jeder von uns verbraucht rund 135 Liter Wasser Tag für Tag, davon trinken wir aber durchschnittlich nur ein bis zwei Liter. Im Trinkwasser gelöstes Calcium und Magnesium ist gesund für den Menschen. Fast 99% des Wassers, das wir verbrauchen, fließt aber nicht durch unseren Körper, sondern durch unsere Haushaltsgeräte. Und für Wasserkocher, Kaffeemaschine oder Boiler ist Kalk alles andere als gesund. Bei hartem Wasser verkalken Heizstäbe und Heizspiralen. Leitungen und Rohre verstopfen und lassen Wasser nur mehr langsam durch. Auch der Energieverbrauch steigt. Bereits bei einer Kalkschicht von einem Millimeter – etwa am Boden Ihres Wasserkochers – wird zehn Prozent mehr an Energie benötigt. Beim Waschen wird mehr Seife oder Waschmittel gebraucht. Kalk bindet nämlich Reinigungsmittel und erhöht somit Ihre Haushaltsausgaben.

 

Warum lagert sich der Kalk ab?

Probleme mit Kalk entstehen meist dort, wo Wasser erhitzt wird. Denn ab 60°C fällt der Kalk aus und lagert sich an Boilern oder Leitungen ab. Dafür verantwortlich ist die sogenannte Karbonathärte – im Wasser gelöstes Calcium und Magnesium. Das Gegenstück dazu ist die Nichtkarbonathärte. Diese besteht aus den anderen im Wasser gelösten Mineralien und verändert sich beim Erhitzen nicht. Beide zusammen ergeben die Gesamthärte, die Sie selbst mit Hilfe von einfachen Mitteln bestimmen können.

Wenn Sie Ihre Gesamthärte kennen, wissen Sie aber nicht die Karbonathärte. Bei einem Wasserhärtegrad von 20°dH und einem Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern Wasser werden mehr als 50 Kilogramm Kalk jährlich durch den Haushalt gepumpt. Wieviel davon Karbonathärte ist und sich ablagert, kann man nicht pauschal sagen. Einige Kilo Kalk bleiben bestimmt durch Erhitzung in Leitungen und Geräten zurück. Derselbe Härtegrad bewirkt somit nicht unbedingt dieselben Kalkablagerungen. Auswirkungen auf die Haut oder den Waschmittelverbrauch bleiben bei gleicher Härte aber immer gleich.

 

Warum wir Wasserhärte sagen

Warum der Begriff „Härte“ hierfür verwendet wird, ist übrigens nicht genau geklärt. Von manchen Seiten hört man die Theorie, die Bezeichnung komme aus dem Bereich des Wäschewaschens. Hartes Wasser lässt die Wäsche nach dem Trocknen hart werden. Der Ausdruck könnte auch durch das Kochen entstanden sein. Ablagerungen, die beim Erhitzen entstehen, sind einfach „hart“. So oder so: Die Begriffe „hart“ und „weich“ haben sich über die Jahrhunderte eingebürgert.